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Vorschau: Unser nächstes Stück: „Die Nacht von Valognes“– von Eric-Emmanuel Schmitt. „... und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts!“ (1. Korinther 13,2) Es geht um Don Juan! Don Juan (spanisch) oder Don Giovanni (italienisch) ist der Archetypus des Frauenhelden, eine grundlegende Gestalt der europäischen Dichtung. Er wird als südeuropäische Ergänzung zur nordeuropäischen Faustsage gesehen. Don Juan erscheint die steinerne Statue des von ihm getöteten Vaters einer Verführten und fährt mit ihm zur Hölle. Durch die Jahrhunderte faszinierte diese Figur Autoren und Musiker: Molière, Goldoni, Gluck, Mozart, Grabbe, Dumas, R. Strauss, Lenau, Shaw, von Horváth, Frisch, Benn, Bloch, Camus, Nietzsche, Ortega y Gasset und viele andere. In „Die Nacht von Valognes“ zeigt Schmitt einen Don Juan, der unfähig zum Lieben ist und sich gleichzeitig nach Liebe sehnt. Dabei spielen Steinfigur und Höllenfahrt keine Rolle mehr.Schmitt sagt: „Ich zeichne weniger einen Gott des Zornes und der Rache wie im Alten Testament, sondern einen Sohn der liebevoller ist, zu liebevoll, eine Gestalt, die zugleich christlich ist und pervertiert. Es ist eine wahre Strafe für Don Juan: Liebe für einen Mann zu empfinden.“ So macht Don Juan, dem fünf von ihm verhöhnte Frauen im Schloss von Valognes den Prozess machen, eine schmerzvolle Wandlung durch, erlebt seine Katharsis. Die Liebe begegnet ihm, dem Frauenhelden, in der Gestalt eines jungen Mannes Schmitt möchte in diesem Stück Sexualität und Liebe unterscheiden: „Die Verbundenheit mit dem anderen Menschen, die stets erneuerte Faszination für das Geheimnis, das der andere birgt, die Verehrung, die man ihm entgegenbringen kann – das alles hat nicht viel mit körperlichen Berührungen zu tun.“ Der Elsässer Eric-Emmanuel Schmitt (Jahrgang 1960) hat sich nach seiner atheistisch geprägten Erziehung der Philosophie zugewandt. Während seines Studiums hat er sich intensiv mit den großen Religionen auseinandergesetzt, was sich z.B. in seinen Werken „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ oder „Oskar und die Dame in Rosa“ zeigt, und schließlich im Christentum seine geistige Heimat gefunden. Die Zuschauer erwartet ein spannendes und zugleich liebevolles Theaterstück, an dem insgesamt zwölf Mietspielerinnen und Mitspieler beteiligt sind. Die Aufführungen finden im Klostersaal statt. Weitere Informationen unter Aktuelles. |