JEDERMANN

DAS SPIEL VOM STERBEN DES REICHEN MANNES
nach dem mittelalterlichen englischen Legendenspiel „Everyman“ von Hugo von Hofmannsthal

Gott, der Herr, erkennt, dass er auf der Erde nicht mehr als Schöpfer und Richter geachtet und geehrt wird, weil die Menschen immer mehr in Sünde verkommen. Er beschließt, sie durch den Tod wieder an seine Allmacht zu erinnern, und schickt ihn als seinen Boten zu Jedermann auf die Erde. Jedermann, der nur an sich selbst denkt und kein Mitleid mit anderen Menschen hat, gibt ein großes Fest für Freunde, Verwandte und seine Buhlschaft. Auf diesem Fest erscheint der Tod und kündigt dem Jedermann sein bevorstehendes Ende an. Um diese letzte Reise nicht allein antreten zu müssen, bittet Jedermann den Tod um eine kurze Frist, um sich einen Begleiter für diesen letzten Gang zu gewinnen. Freunde und Verwandte sowie sein Besitz in der Gestalt des Mammon wenden sich von ihm ab. Erst die Begegnung mit seinen Werken und dem Glauben führen ihn zu einem inneren Wandel. Jedermann erkennt, wie verfehlt sein Leben war und kommt über die tiefe Reue zur Einsicht, dass nur der Glaube seinem Leben Sinn geben kann. Der Anspruch des Teufels, Jedermann in die ewige Verdammnis zu führen, wird vom Glauben zurückgewiesen. In der Schlussszene geht jedermann mit den Engeln in Gottes Versöhnung ein.