Die gelehrten Frauen – von Molière

Endlich mal wieder nach Herzenslust zu lachen, dabei aber niveauvolles Theaterspiel zu erleben – das verspricht das Ensemble der „Klosterbühne Wennigsen“ (Theaterkreis der Marien-Petri-Kirchengemeinde) für die beiden ersten Märzwochenenden.

Molière ist dem Ensemble kein Unbekannter.
1993 spielten wir „Der eingebildet Kranke“.
oben Dirk Müller und Gabriele Blazek;
unten Irmgard Gums und Anja Fahrenbach

1999 stand dann „Der Geizige“ im Klostersaal auf dem Programm.

Nun zum neuen Stück, "Die gelehrten Frauen":

Zwei Parteien stehen sich in „Die gelehrten Frauen“ gegenüber: die Partei der scheinbar ach so Gebildeten (doch wahrhaft Dummen): Philaminte (Irmgard Gums), die Dame des Hauses, Armande (Anja Fahrenbach), ihre ältere Tochter und ihre exzentrische Schwägerin Bélise (Gabriele Blazek). Sie überbieten sich in ihrer Begeisterung für Trissotin (zu deutsch: „Dreimal-Dummkopf“), den Mitgiftjäger in der Maske des Schöngeistes (Steffen Schlonski), der noch den philosophischen Schöngeist Vadius (Dirk Müller) in diesen erlesenen Zirkel einführt.

Die Partei der scheinbar Beschränkten (doch wahrhaft Gescheiten) – der Hausherr Chrysale (Burkhard Gums) und sein Bruder Ariste (Hans Heinemeyer – als Schwester: Traute Heinemeyer) führen einen aufrichtigen jungen Mann ins Treffen: Clitandre (Alexander Gums) soll die jüngere Tochter Henriette (Michaela Niemann) heiraten, die für die fragwürdige Schöngeisterei nichts übrig hat. Doch ihre Mutter will sie mit Trissotin verheiraten. Sie hat schon den Notar (Anne Tenzer) bestellt. Es entwickelt sich ein „Menuett der Argumente“.

Im Haus geht alles drüber und drunter. Die Hausangestellten – z.B. der Diener L`Épine (Helmut Sinsel) – vernachlässigen ihre Arbeit, denn (so Chrysale): „Die Eine liest ein Buch, derweil verbrennt der Schinken; der Andre dichtet gar und bringt mir nichts zu trinken!“

In der Auseinandersetzung enthüllt Armande in der Pose der abgeklärten Philosophin sich als hitziges, egoistisches und boshaftes Weibsbild; ihre sanfte Schwester Henriette dagegen als souveräne junge Frau, die ihre Sanftheit aus Spott und Ironie spielt. Chrysale, der friedliebende Pantoffelheld-Papa, ist gutmütig bis zur Liederlichkeit und von milder Komik, wenn er seine Ansprüche als Hausherr anmeldet. Philaminte, die mit dem Pseudogeist flirtende Mama, ist überlegen genug, bei ihrer Niederlage nicht das Gesicht zu verlieren und ihre heimliche Herrschaft im Haus aufrecht zu erhalten.

Die Geometrie des Aufbaus deckt sich mit der Geometrie der Komik. Beweist die Handlung dieser Komödie die Überlegenheit der Vernunft – neben dem Bruder Ariste durch den Witz der ungebildeten, aber klugen Köchin Martine (Rebecca Gallinat) dargestellt – , so beweist ihre Form die Anmut der Vernunft.. Mit diesem Ballett der Torheiten gibt Molière, der „Die gelehrten Frauen“ für seine beste Komödie hielt, dem handfesten gesunden Menschenverstand sein graziösestes Fest.

Aufführungen:

Freitag, d. 6. und 13. März; Sonnabend, d. 7. und 14. März – jeweils um 19.30 Uhr;

Sonntag, d. 8. und 15. März – jeweils um 16.00 Uhr im Klostersaal Wennigsen.