Unser neues Stück:

Hans im Glück

Die Geschichte der Klosterbühne

Leitung

2014 wurde das Gründerehepaar von einem neuen Leitungsteam beerbt.

 

Ensemble

Was wäre das Theater ohne Schauspieler. Hier finden Sie die Liste des Ensembles.

 

Termine

Vorhang auf!

Hier gibt es die aktuellen Vorstellungstermine  der Klosterbühne.

 

Die Klosterbühne im Reformationsjahr

Allein durch die Gnade Gottes wird der glaubende Mensch errettet, nicht durch seine Werke

 

"Hans im Glück" heißt die neue Produktion der Klosterbühne, mit der sich die Wennigser Theatermacher dem Thema "Reformation" in künstlerischer Weise nähern wollen. Der junge Bertolt Brecht hat das Stück 1919 nach Motiven des bekannten Märchens aus der Sammlung der Gebrüder Grimm verfasst, aber unvollendet gelassen. Erst seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wird das Fragment immer mal wieder an deutschen Theatern aufgeführt.

 

In das ländliche Idyll von Hans und Hanne tritt ein koketter Fremder. Er verführt Hanne, entreißt sie Hans und bricht mit ihr in ein neues Leben auf. Hans bekommt dafür lediglich den gemeinsamen Bauernhof. Kurz darauf tauscht er jedoch den Hof gegen zwei Wagen und läßt sich ebenfalls auf das Abenteuer Freiheit ein. Von da an taumelt Hans als ein Suchender durch das ihm unverständlich gewordene Dasein. Er ist dabei erschütternd wehrlos und trifft auf lauter allein auf ihren Vorteil bedachte Menschen, die ihm nach und nach alle irdischen Güter abluchsen. Am Ende bleibt nur das nackte Leben, und auch das hängt an einem seidenen Faden. Doch während Hans noch im größten Ungemach immer auch eine Spur Glück findet, sind die, die ihn bestehlen, betrügen und hintergehen, mit jeder Untat weiter entfernt von ihrer Vorstellung von Glück, der sie doch mit aller Macht nachjagen.

 

"Mit den Mitteln eines prallen und manchmal auch derben Volkstheaters spürt Brecht hier Themen nach, die auch für die Reformation von zentraler Bedeutung waren – Aufbruch, Glück und Tod", sagt der neue Regisseur der Klosterbühne Wennigsen, Ernst-Richard Köper.

 

"Luther war davon überzeugt, dass wir als Menschen selber nicht die Produzenten unseres Glückes sein können. Im Gegenteil, angesichts unserer Defizite müssten wir uns eher hassen. Alles Negative in uns wird aber aufgehoben von der Liebe Gottes", hatte der evangelische Theologe und langjährige Ratsvorsitzender der EKD und damit höchste Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, einmal formuliert. Auch in Brechts "Hans im Glück" sind die Figuren, die das Glück unbedingt erzwingen wollen, am Ende doch die unglücklichsten, während Hans, der das Leben eher geschehen lässt als zu gestalten versucht, immer wieder glückliche Momente erfährt.

 

Brecht genoss wohl keine ausgesprochen christliche Erziehung. Aber bemerkenswert ist schon, dass Vater Brecht als Katholik, und dies in der erzkatholischen, allerdings auch traditionell sehr liberalen Stadt Augsburg, nicht darauf bestand, dass sich seine Religionszugehörigkeit auch auf die Kinder übertrug. Brecht und sein Bruder Walter wurden evangelisch getauft, und zwar in der Barfüsserkirche und offenbar verbunden mit regelmäßigen Besuchen des Gottesdienstes. "Wir wollen Brecht hier nicht in einen Lutheraner umdeuten, der er bestimmt nicht war", sagt Köper. Doch dass die Lektüre der Luther-Bibel auf den jungen Dichter nicht ohne Einfluss geblieben ist, das könne man als historisch gesichert annehmen.

 

Ja, renn nur nach dem Glück
doch renne nicht zu sehr
denn alle rennen nach dem Glück
das Glück rennt hinterher.

 

- Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

 

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Klosterbühne Wennigsen
Klosteramthof 3
30974 Wennigsen

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© Anja Fahrenbach